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Seit 50 Jahren als Küsterin in Babke tätig


Babke. Schätzungsweise 1000 Gottesdienste hat die Babkerin Inge Raasch in den 50 Jahren, in denen sie als Küsterin arbeitet, begleitet.

Dieses 50. Jubiläum war in der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Schillersdorf-Kratzeburg, zu der auch das Gotteshaus in Babke gehört, Anlass für eine kleine Feier. Propst Tom Ogilvie und viele Gemeindemitglieder bedankten sich bei Inge Raasch, die die Gottesdienste, die einmal im Monat in der Babker Kirche stattfinden, mit Hingabe vorbereitet. Mit ihren 75 Jahren ist sie nach wie vor fit und aktiv – und sie wird weiter als Küsterin arbeiten.
Und so kam sie 1958 dazu, Küsterin zu werden: „Damals war Pastor Wossidlo hier. Zwei Konfirmandinnen haben die Küsterarbeiten gemacht. Sie gingen dann aber wegen ihrer auswärtigen Arbeitsstelle weg aus Babke. Pastor Wossidlo redete mir zu – und so wurde ich Küsterin“, erinnert sich Inge Raasch. Pastor Wossidlo war übrigens Gast der 750-Jahr-Feier von Babke im vergangenen Jahr, es geht ihm gut, er hielt eine schöne plattdeutsche Predigt, berichtet Tom Ogilvie.
Was unterscheidet das Babke in dem Jahr, als Inge Raasch Küsterin wurde, vom heutigen Dorf? Außer dem neuen Feriendorf sah es so aus wie heute, blickt sie zurück. Aber der Ort hatte wesentlich mehr Einwohner, vor allem viel mehr Kinder. Viele Flüchtlinge aus den Ostgebieten hatten sich angesiedelt. Die Kinder gingen in die Babker Schule, die heute ein Wohnhaus ist. Anders ist heute auch, dass das Gotteshaus im Sommer eine Offene Kirche ist. „Dann können Besucher des Nationalparks sie besichtigen. Und Frau Raasch zeigt ,ihre‘ Kirche den Gästen sehr gern“, erzählt Tom Ogilvie über eine weitere Tätigkeit der Küsterin. Das ist aber längst nicht alles, was Inge Raasch zu tun hat – dazu gehört auch, dass sie für Ordnung und Sauberkeit in der Kirche sorgt, läutet, wenn geheiratet wird oder Jemand beerdigt wird, sie bringt immer frische Blumen – zum Beispiel Kornblumen im Sommer – in die Kirche, die Küsterin stellt den Weihnachtsbaum auf und schmückt ihn… „Und Frau Raasch ist vor dem
Gottesdienst immer die erste, die da ist, sie schließt die Kirche auf und empfängt freundlich die Leute. So trägt sie dazu bei, dass die Kirche zum ,Wohnzimmer‘ der Gemeinde werden konnte“, bedankt sich Tom Ogilvie und betont, dass ohne Ehrenamtliche wie Inge Raasch die Kirchgemeinde nicht arbeiten könnte. Und das war vor 50 Jahren nicht anders als heute.
Inge Raasch sagt von sich, dass sie in den christlichen Glauben hineingeboren wurde. Getauft wurde sie in der alten Schillersdorfer Kirche, die wie das ganze Dorf im Dritten Reich zum Bombenversuchsfeld der Lufterprobungsstelle Rechlin wurde. Vorher mussten damals alle Bewohner umsiedeln, so kam sie nach Babke.

 

Quelle: Nordkurier vom 18.09.2008




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