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Dorfverein in Leussow


Leussow. Er selbst wird es gar nicht wissen – aber ein Bauunternehmer aus der Schweiz ist „schuld“ daran, dass Anfang der 90er-Jahre der Dorfverein Leussow e. V. entstand.

Der Unternehmer wollte im Gebiet von Mirow, Granzow und Leussow einen riesengroßen Golfplatz inklusive Vier-Sterne-Hotel bauen. Das wollten viele Leussower nicht, das ging doch nur um die Umwandlung von Ackerland in Bauland, erzählt Dorfbewohner Gerhard Albrecht und ergänzt: „Da kam im Fernsehen eine Sendung von einem Schweizer Bauunternehmer, der Riesenunterschlagungen mit Golfplätzen machte, da wurden wir rebellisch.“
Etliche Dorfbewohner trafen sich in der Angelegenheit Golfplatz regelmäßig. Und als 1993 das Golfprojekt gestorben war, kamen sie dennoch zusammen – und das Vereinsleben, heute mit Anke Schwirrath als Vorsitzende an der Spitze, entwickelte sich. Und so kam wieder Leben in den alten, geschlossenen Konsum, den sich die rund 30 Vereinsmitglieder – das sind etwa 30 Prozent der Einwohner – behaglich als Vereinshaus einrichteten. Also stehen nicht mehr der alte Ladentisch und Regale im Innenraum, sondern von den Mitgliedern gestiftete Möbel und Sachen, die aus Eigenmitteln angeschafft wurden.
Zur Vereinsarbeit gehört zum Beispiel das Organisieren der mittlerweile schon traditionellen und sehr beliebten Konzerte, die Schüler des Neustrelitzer Gymnasiums Carolinums in der Kirche geben. Die Frauen treffen sich regelmäßig alle 14 Tage, um Karten zu spielen und sich zu erzählen, was es Neues im Dorf gibt. Weihnachtsfeier und Osterfeuer finden regelmäßig statt.
Aber der Dorfverein kümmert sich nicht nur um die Kultur, sondern auch um das Abwasser. 16 Haushaltsvorstände traten gemeinsam an, um sich Kleinkläranlagen oder Sammelgruben bauen zu lassen. „Durch diesen großen Auftrag konnten wir natürlich ein besseres Angebot realisieren. Und für unser Vereinshaus sprang eine kostenlose Sammelgrube heraus“, berichtet Hans-Ulrich Hahn.

 

Quelle: Nordkurier vom 04.10.2008
 




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