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Buß- und Bettag: Kritische Stimme aus Wesenberg
Um 19.30 Uhr gibt es in St. Marien Kirche in Wesenberg einen Abendgottesdienst, das Abendmahl wird als Zeichen der Vergebung von Schuld gefeiert. Und zwar mit Menschen, an denen man sich vergangen habe.
Dabei spiele nicht nur private Schuld eine Rolle, sondern auch aktuelle öffentliche Themen wie zum Beispiel die Finanzkrise, die gegenwärtig um sich greift, und Hartz IV, zählt der Pastor auf und ergänzt: „Schuld kann nur vergeben werden, wenn sie gesehen wird, privat wie öffentlich. Dazu muss man den Mut haben, hinzusehen – sonst kann es letzten Endes auch nicht besser werden.“ Dafür will die Kirche die Möglichkeit geben. Nur wenn die Schuld gesehen werde, entstehe das Bedürfnis nach Buße und so schließlich die Möglichkeit des Neuanfangs.
Der Buß- und Bettag sei der Versuch, diesen Vorgang gesellschaftlich durchzuführen. Die Kirche habe die Aufgabe, auf schuldhaftes Verhalten hinzuweisen. Die Kirche habe ebenfalls die Aufgabe, zu den Eliten zum Beispiel in der Politik, der Wirtschaft und in der Finanzwelt zu sprechen, auch dort müsse alles in Verantwortung vor Gott für die Menschen geregelt werden, erklärt Torsten Morche.
Allerdings wurde der Buß- und Bettag als gesetzlicher Feiertag abgeschafft, unterstreicht der Wesenberger Pastor und ergänzt: „Entscheidungseliten lassen sich nicht gern kritisieren, so haben sie sich mit der Abschaffung eine kritische Instanz vom Halse geschafft.“ Aus der Kirche habe es kaum Proteste gegeben, bei evangelischen Christen werde Religion als etwas sehr privates aufgefasst. Das komme den Eliten sehr entgegen.
Aber die kritische Stimme gebe es weiterhin in Wesenberg. Darum lädt Torsten Morche alle Christen und weitere interessierte Menschen aus der Stadt und der Umgebung am Buß- und Bettag um
19.30 Uhr zu Abendgottesdienst und Abendmahl ein.
Quelle: Nordkurier vom 15.11.2008




