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„Rettungsanker“ bastelt für Wesenberger
Die in der Betreuungseinrichtung untergebrachten jungen Leute haben mit viel Fleiß adventliche Figuren hergestellt, die sie auf dem Weihnachtsmarkt der Woblitzstadt am 13. Dezember feilbieten wollen.
Der „Rettungsanker“ ist beim Markttreiben vor dem Fest schon bekannt. Diesmal werden Betreuer und Schützlinge ihren Stand im Kirchgang aufbauen. Schon jetzt freuen sich alle auf das Ereignis und hoffen wieder auf regen Publikumsandrang. „Für unsere Jungen hat das öffentliche Auftreten auf dem Markt, der Verkauf von mit viel Liebe selbst gefertigten Waren auch eine zutiefst pädagogische Wirkung“, sagte Erzieher Karsten Grunwald dem Nordkurier. Zum dritten Mal wird die Wohngruppe bei dem Ereignis dabei sein, auch zu Ostern an der Wesenberger Kanu-Mühle war der „Rettungsanker“ schon dabei.
Seit 2004 existiert die Einrichtung am Drosedower Weg im Domizil des früheren örtlichen Beschäftigungs- und Qualifizierungsvereins, nachdem im Zuge der Dezentralisierung das ehemalige Kinderheim-Gelände am Weißen See geräumt worden war. „Wir haben hier Superbedingungen, die uns auch Erfolg bescheren“, schätzte Teamleiterin Kathrin Giertz ein. Es gebe bei allen zeitweiligen Rückschritten eine insgesamt positive Entwicklung der Jugendlichen, die zum Teil schon seit mehreren Jahren betreut werden. Die fünf seelisch behinderten Bewohner – vier von ihnen aus schwierigen familiären Verhältnissen stammend, der Fünfte Autist – im Alter zwischen 16 und 21 Jahren könnten nach Einschätzung ihrer Erzieher in größeren Gruppen nicht klar kommen. Die großzügige räumliche Lösung – auch ein Gewächshaus, ein Garten, Teich und Schafe gehören zu der Anlage, – komme dem Betreuungskonzept da ideal entgegen, so Kathrin Giertz.
„In der Arbeit für den Weihnachtsmarkt haben sich die jungen Leute sehr engagiert“, hob Karsten Grunwald hervor, auch wenn es nicht immer einfach gewesen sei, denn die Bastler seien auch schnell ungeduldig. Der autistische Jugendliche gehe in Neustrelitz in die Tom-Mutters-Schule, ein weiterer erhalte Einzelunterricht, ein dritter Bewohner habe das Glück eines Dauerpraktikumsplatzes. Für die übrigen zwei Bewohner wird versucht, eine Perspektive über das Rehazentrum Neustrelitz zu finden.
Quelle: Nordkurier vom 22.11.2008




