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Ganzes Arbeitsleben der Forst gewidmet
31. Mai 2008 pensioniert wurde, ist schon dann zu hören, wenn er von der Forst spricht:
„Wir arbeiten mit nachwachsenden Rohstoffen, wir arbeiten nicht mit Pestiziden und Düngern, wir arbeiten daher naturnäher als die Landwirtschaft. Wir wollen vom Holz leben“, erklärt er nachdrücklich.
„Wir“ sagt er und zeigt damit: Er ist immer noch mittendrin in der Forstwirtschaft, die er als nachhaltige Wirtschaft, Dienst für den Menschen und die Kulturlandschaft versteht. Er hält nichts von der „Bambi-Mentalität“, wie er es nennt, von Menschen, die meilenweit von der Produktion entfernt sind, aber trotzdem reinreden wollen in die Forst, die meinen, die Forstwirte würden den Wald verwüsten.
Dieser Auffassung ist Peter Scheel, der in Wesenberg lebt, natürlich ganz und gar nicht. Durch die Familie hat er die Forst seit 1950 bewusst erlebt. Sein Großvater war Revierförster, sein Vater Forstamtsleiter und Direktor des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Wismar. 1948 zog die Familie nach Neukloster bei Wismar. „Einen Beruf in der Forst auszuüben, stand für mich an erster Stelle. Obwohl Vater und Großvater abrieten, habe ich mich dennoch dafür entschieden. Forstleute waren in ihrem Schaffen immer relativ frei, wenngleich es auch dort Einflüsse von oben gab“, berichtet er.
1961 machte Peter Scheel in Wismar sein Abitur, danach ging es für zwei Jahre zur Nationalen Volksarmee. Das war die Grundvoraussetzung für ein forstliches Studium, erklärt er. Die Forstfacharbeiterlehre absolvierte er 1963/64, bevor es für fünf Jahre zum Studium an die Technische Universität Dresden nach Tharandt ging. Als Peter Scheel das absolviert hatte, arbeitete er von 1969 bis 1973 im Forstbetrieb Hagenow. Weitere Schritte in seiner beruflichen Laufbahn führten ihn nach Rövershagen zum Forstbetrieb Rostock, wo er bis 1991 als stellvertretender Direktor wirkte.
Mit der Wende- und Nachwendezeit gab es auch in der Forst große Veränderungen. Peter Scheels Vorfahren stammten aus der Mirower Gegend. 1968 schrieb er seine Diplomarbeit über das Erbsland im Forstbetrieb Mirow bei Revierförster Günter Köppe. Der wurde übrigens bei der Seniorenweihnachtsfeier 2008 des Forstamtes Mirow anlässlich seines 80. Geburtstages für seine Verdienste um das Erbsland geehrt (der Nordkurier berichtete).
So hatte Peter Scheel schon seit langem Beziehungen zu Mecklenburg-Strelitz und zog mit der Familie nach Wesenberg. Ab 1. April 1991 baute er die Forstdirektion Neustrelitz auf. Zum 31. Dezember 1998 wurden im Rahmen der Umstrukturierung die Forstdirektionen wieder aufgelöst. Peter Scheel übernahm dann Kontroll- und Anleitungsarbeiten für mehrere Forstämter in ganz Mecklenburg-Vorpommern, bevor er pensioniert wurde. In der Forst steht er nach wie vor mittendrin. Gern lässt er sich im Forstamt Mirow blicken, er pflegt die Jagd, unternimmt Exkursionen. Und er erzählt gern über seine Erfahrungen aus der Forst, die er in nun bald sechs Jahrzehnten sammelte.
Zum Beispiel, dass er stolz auf die Forstleute ist, die die riesigen Kahlschläge, die nach 1945 durch die Reparationsleistungen an die Sowjetunion entstanden, wieder aufgeforstet haben. Und Peter Scheel erinnert sich weiter: „Nach der Wende waren viele Forstleute aus dem Westen erstaunt darüber, dass wir gut gewirtschaftet haben, waren erstaunt zum Beispiel über den Pflegezustand des Waldes und nicht wenige gehütete Bestände an Altholz. Ebenfalls Forstleute widmeten sich bei uns dem Adler- und Horstschutz, so dass Seeadler und Fischadler erhalten blieben.“
Auch, wenn Peter Scheel jetzt pensioniert ist – keinesfalls blickt er nur zurück. „Alles ist in Veränderung – auch in der Natur. Die Klimaveränderung stellt auch die Forstleute vor große Probleme. Langjährige Erfahrungen und neueste fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse werden zukünftig mehr denn je die Baumartenwahl bestimmen und nicht irgendwelche nostalgischen Schönheitsideale“, ist er überzeugt.
Quelle: Nordkurier vom 05.01.2009




