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Mirower Innenstadt schwierig


Mirow. Seitdem im Frühjahr vergangenen Jahres der traditionsreiche Haushaltswarenladen „Stibale“ seine Türen schloss, ging es mit Mirows Zentrum augenscheinlich weiter bergab. Seit Januar ist nun noch mehr Leerstand zu beklagen.

„Wir haben 2008 drei Geschäfte in der Innenstadt verloren“, bedauerte Edita Lubs aus Mirow-Dorf, die im Anika-Schuhgeschäft arbeitet. Sigrid Hackbarth zog sich mit ihrer „Kleidertruhe“ aus der Stadt zurück, und jüngst im Dezember prangten auch bei Rüdiger Stahlschmidt von „Stahlschmidt-Elektronik“ Zettel, die zum Räumungsverkauf einluden. Gähnende Leere ist jetzt dort zu finden, wo einst reges Geschäftsleben herrschte. Ein trauriger Anblick nicht nur für Touristen. „Man denkt ja, die Innenstadt stirbt“, meinte Gisela Hagen, die in Neustrelitz wohnt, aber in Mirow seit Jahren arbeitet und ihren „Modetreff“ betreibt. „Ich bin schon sehr betroffen, es wird immer schwerer“, gestand sie. Man könne sich nur wünschen, dass es wieder aufwärts gehe, aber so recht glauben wolle sie daran nicht.
Mehr Unterstützung durch die Kommune erhofft sich Edita Lubs zur Belebung der Innenstadt. Ein Geschäft mit Zugkraft müsste her, wünschte sie: „Denn wenn die Leute erst mal nach außerhalb fahren, weil sie in Mirow nicht mehr alles bekommen, gehen sie als Kunden verloren“, ist sie überzeugt. Die Mirower Kerstin Loeck und Margarete Kohlmetz pflichten ihr bei: „Man denkt ja, man wohnt schon auf dem Dorf“, meinte Kerstin Loeck. Und Margarete Kohlmetz ergänzte: „Aber es sind ja auch so viele arbeitslos.“
Dennoch gibt es auch positive Aspekte, was die Belebung der Innenstadt angeht. Silvia Bruhn kündigte an, mit ihrer „BHG Baustoff- und Landhandel GmbH Mirow“ zu Beginn der Gartensaison in die Innenstadt umzuziehen, falls das jetzt von ihr mitgenutzte Gebäude des Penny-Marktes im Peetscher Weg verwaist bliebe und sich kein neuer Lebensmittelmarkt dort ansiedle. Dann wolle sie im ehemaligen Konsum-Kaufhaus, früher Goldene Kugel, eröffnen und ihr Sortiment noch besser an die Bedürfnisse der Mirower anpassen.
Auch Rüdiger Stahlschmidt ist bemüht, schnellstmöglich einen Nachmieter für seinen Laden gleich neben dem „Mecklenburger Hof“ zu finden. „Das ist eine 1-A-Lage“, weiß er. Was sein Telefon-Geschäft anbelange, so war es einfach nicht mehr rentabel. Als Dienstleister ist er den Mirowern dennoch nicht verloren gegangen. Mit seiner Reparaturwerkstatt ist Stahlschmidt jetzt in der Breitscheidstraße 33 zu finden.
Als genereller Optimist bezeichnete sich Carlo Schmettau, Inhaber des Schmuckgeschäfts. „Ich bin zufrieden, habe genug zu tun“, blickt er erwartungsfroh ins Jahr. Wichtig sei für Mirow jedoch, dass die Umgehungsstraße komme, damit das Einkaufen in der Innenstadt attraktiver werde. Alles würde darauf warten, selbst die Gestaltung der Gehwege, die dann an die neuen Verkehrsverhältnisse angepasst werden könnten. Potenziellen Gewerbetreibenden legt er ans Herz, dass die Zeit für eine Ladeneröffnung jetzt günstig wäre: „So billig wie im Moment kriegt man keinen Laden.“ Außerdem gebe es ein neues Haushaltswaren-Geschenkegeschäft, was zeige, dass es auch wieder aufwärts gehe. Mit dem zu erwartenden Welcome Centre – Carlo Schmettau hofft, dass hier Ende des Jahres schon was zu sehen ist –, mit der Schlosssanierung, hier sei das Land immer mehr in der Bringepflicht, mit dem Granzower Ferienpark, der Bowlingbahn in Peetsch, dem Amtsgebäude etc. hätte Mirow viel Potenzial, auch wenn die
wirtschaftliche Lage schwierig sei.
 
Quelle: Nordkurier vom 08.01.2009




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