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Von Neuseeland an die Kleinseenplatte
Und sie ist die neue Geschäftsführerin der gerade erst gegründeten Mecklenburgischen Kleinseenplatte Touristik GmbH. Gegen 44 Mitbewerber konnte sie sich durchsetzen.
Ganz ist sie noch nicht angekommen an der Seenplatte. „Ich bin seit 5. Januar hier, muss mir erst einen Überblick verschaffen“, sagt die junge Frau, die aus Salzwedel in Sachsen-Anhalt stammt und an der Fachhochschule Stralsund Betriebswirtschaft mit Vertiefung Marketing und Tourismus studiert hat. Derzeit hat sich Claudia Leppin erstmal in einer Ferienwohnung in Priepert einquartiert und ein kleines Büro im Mirower Amtsgebäude bezogen. Beruflich wird sie aller Voraussicht nach aber in die Wesenberger Burg umziehen.
Der Einstieg ins Berufsleben erfolgte bei Claudia Leppin Hals über Kopf. Sie war mit dem Studium noch gar nicht ganz fertig, saß mitten in ihrer Diplomarbeit, als sie bereits zur Geschäftsführerin des Fremdenverkehrsvereins Binz, dem größten auf der Insel Rügel, berufen wurde. „Das war eigentlich eine Spaßbewerbung“, erzählt sie lächelnd. Aber es klappte. 360 Mitglieder wurden fortan von ihr betreut, Gastgeberverzeichnisse erstellt, Quartiere verbucht… Nach drei Jahren wechselte sie zur Tourismuszentrale Rügen GmbH, wo sie anfangs „nur“ Marketingleiterin und später zusätzlich stellvertretende Geschäftsführerin war.
„Ich habe bewusst gekündigt“, sagt Claudia Leppin, die sich Ende 2007 die Frage stellte, ob es nicht noch anderes gäbe. Ihr fiel auf, dass ihr Englisch zwar gut, aber nicht perfekt war. So beschloss sie – jung und ungebunden, wie sie war – zum „work-and-travel-Aufenthalt“ (Arbeiten und Reisen) nach Neuseeland zu gehen. Ein halbes Jahr erkundete sie das Land, bestritt ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs, verkaufte Sandwiches und arbeitete im Eventbereich in der Stadt Wellington, in der sie auch wohnte und von wo aus sie sternförmig zu Ausflügen aufbrach. „Ich habe soviel Energie und Begeisterung mitgenommen, die ich hoffentlich ein Leben lang behalte“, ist Claudia Leppin tief angetan von einem Land, „in dem der Mensch als solcher Beachtung findet“ und nicht das, was er an Materiellem vorzuweisen hat. Beeindruckt zeigte sie sich von den Tourismusstrukturen. Sämtliche Touristinformationen würden zentral geleitet, alles sei total vernetzt.
Zurück in Deutschland, stand der nächste Auslandsaufenthalt an: Als Einkäufer für touristische Produkte tourte Claudia Leppin durch Österreich: „Klinkenputzen, 50 000 Kilometer in drei Monaten“, präzisiert sie. Ihre Aufgabe war es, Paketangebote für Reiseunternehmen wie Neckermann oder TUI zusammenzustellen. Die Stellenausschreibung an der Mecklenburgischen Seenplatte kam ihr gerade recht und erinnerte sie an Neuseeland, als sie dort – im angeblich kleinsten Nationalpark der Welt – unberührte Natur mit dem Kanu erkundete. Das könne sie auch hier erleben, in nur zwei Stunden von von ihrem Zuhause in Salzwedel entfernt, sagte sie sich. Am 15. Dezember hatte sie ihr Vorstellungsgespräch beim Amtsausschuss. Am 16. unterschrieb sie den Vertrag. Und am 18. Dezember wurde die GmbH gegründet.
Apropos Kanusport, neben Hobbys wie Volleyball, Joggen und Gesang ist ihr Erstgenanntes gewissermaßen in die Wiege gelegt: Ihr Vater Klaus-Dieter Leppin war Kanu-Leistungssportler, trainierte in Neubrandenburg.
Quelle: Nordkurier vom 10.01.2009




