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Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. in Peetsch


Peetsch. Wer in Sachen Steuern beim Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. beraten möchte, kann nicht einfach ein Büro aufmachen – und dann geht es los.

Für diese Tätigkeit ist unter anderem die Zertifizierung nach DIN-Norm 77700 notwendig, die Heinz Heinrich, der seit 1992 die Beratungsstelle in Peetsch leitet, aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen und regelmäßigen Weiterbildungen schaffte. Was wird geprüft für so eine Zertifizierung? „Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe prüfte zum Beispiel die gesamte Ausstattung meines Büros. Außerdem musste ich nachweisen, dass ich immer die Frühjahrs- und Herbstseminare absolviert habe. Denn im Steuergeschäft gibt es ständig so viele Veränderungen, da muss man auf dem laufenden sein“, zählt Heinz Heinrich auf. Kontrolliert wurden auch Steuerbescheide und Steuererklärungen – ob die alle fachgerecht ausgearbeitet wurden.
Wie kam der Peetscher zu den Steuern? „Man kann fast sagen, die Not hat mich gezwungen. Denn ich hatte und habe Verantwortung für meine Familie, Hartz IV oder ähnliches ist für mich nichts, ich will durch Arbeit den Unterhalt verdienen“, erklärt der heute 62-Jährige. Er war zu DDR-Zeiten Agrar-Ingenieur-Ökonom, hatte dafür in Schwerin studiert. Heinz Heinrich arbeitete lange Jahre als Futterökonom in Mirow. Nach der Wende fielen viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft weg. So hielt er sich und seine Familie zunächst als Tankwart und Autohändler über Wasser. Schließlich bewarb er sich beim Allgemeinen Lohnsteuerhilfe-Verein – er hatte beruflich immer mit dem „Papierkrieg“ zu tun, das machte ihm Spaß. 1992 wechselte Heinz Heinrich zur Vereinigten Lohnsteuerhilfe.
Angefangen hat er in einer Ecke der Veranda des Wohnhauses, dann wurde in der Garage ein Büro eingerichtet, später folgte ein zweiter Raum. Zunächst ging alles mit Formblättern, Schmierpapier und Taschenrechner. „Aber das reichte schnell nicht mehr. 1996/97 wurde auf Computer umgestellt, da muste ich mich einfuchsen – das klappte gut“, blickt er zurück. Sein Einzugsbereich erstreckt sich nicht nur auf Mecklenburg-Strelitz, viele Mirower, die zum Beispiel nach Hamburg oder Berlin zogen, lassen sich nach wie vor von ihm beraten, wenn sie bei den Eltern zu Besuch sind. Sogar Urlauber aus Halle kommen regelmäßig.
Bis mindestens 2012 will er in seinem Büro bleiben. Aber jetzt bereits arbeitet er die Finanzbuchhalterin Sybille Pape aus Mirow sorgfältig ein, damit sie dann übernehmen kann, was er in Jahrzehnten in Peetsch aufbaute.

 

Quelle: Nordkurier vom 15.01.2009
 




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