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Wokuhler Wolf ist nur ein Phantom
Nachdem die Tiere vor über 100 Jahren aus Mecklenburg verschwunden waren, tragen jetzt Einwohner der waldreichen Gegend um Wokuhl Vermutungen an den Nordkurier heran, Canis lupus habe sich wieder angesiedelt. Auslöser der Spekulationen muss ein Text in der Dorfzeitung „Der Heidedörfler“ gewesen sein, in dem der Wokuhler Jochen Gley als Mitglied des herausgebenden Zeitungsvereins vor dem Wolf warnte. Gesichtet hat er freilich keinen. Eine Damwildkeule, die er jüngst bei Grammertin gefunden habe, lasse ihn vermuten, hier habe Isegrim seine Zähne im Spiel, erklärte er gegenüber dem Nordkurier.
Revierförsterin Dörte Weiher, die den Wald wie ihre Westentasche kennt, hat vom Großen Grauen nicht einmal die Schwanzspitze zu Gesicht bekommen. Sie wüsste es, wenn der Jäger ihr Revier unsicher machen würde. „Das wäre am Verhalten des Wildes zu merken“, sagte die Försterin. Sie wolle nicht ausschließen, dass gelegentlich ein Wolf durchziehe. An eine dauerhafte Ansiedlung hingegen glaubt sie nicht. „Ein Wolf? Ganz sicher nicht“, sagt auch der Leiter des Neustrelitzer Forstamtes Matthias Puchta.
Anders sieht es im Revier Pelzkuhl bei Priepert aus. Seit 2007 werden in der 60 000 Hektar großen Waldfläche, die bis nach Brandenburg reicht, immer wieder Wölfe gesichtet. „Sie kommen aus Brandenburg, der Wittstocker Heide, rüber“, nimmt Revierförsterin Maren Giering an. Erst im September vergangenen Jahres hätten ihr zwei aufgeregte Pilzsammler berichtet, im Morgengrauen zwei Wölfe beim Fressen beobachtet zu haben. Der Anblick habe das Ehepaar so erschreckt, dass es schleunigst den Rückzug angetreten habe. Zwei weitere Tiere seien im Winter 2007 gesehen worden, im Januar 2008 noch zwei. Diese habe ein Forstmitarbeiter zweifelsfrei als Wölfe identifiziert. Auch ein Hirsch sei bereits von einem Wolf angegriffen worden. Nach seinem Abschuss habe eine Untersuchung der Verletzungen an der Keule ergeben, dass hier ein Wolf am Werke gewesen sein muss. Kollegen hätten die Wölfe bereits heulen hören.
„Ich selbst“, sagt sie, „habe nur Fährten gesehen.“ Von diesen könne sie nicht einmal sagen, ob es nicht doch Hundespuren waren. „Immer wenn mir Leute von Wölfen berichten“, so Maren Giering, „denke ich, ,habt ihr ein Glück‘, ich würde auch gern einen sehen.“
Quelle: Nordkurier vom 20.01.2009




