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„Meilenstein für Moorschutz“
Fünf Jahre sollten die beiden Schöpfwerke bei Babke und Hennigsfelde (nahe der Siedlung am Umspannwerk) noch vorgehalten werden für den Fall, dass in irgendeiner Weise Probleme mit dem Wasserstand aufgetreten wären. Die Zeit ist nun um, sodass per Bagger die in den 70er-Jahren im Rahmen der Komplex-Melioration ins Erdreich gebrachten Rohre und Pumpen abgebaut werden konnten. „Wieder ein Meilenstein für den Moorschutz, der auch das Landschaftsbild verbessert“, erklärte Volker Spicher, Projektleiter für das EU-Life-Projekt und zuständig für die Flächenentwicklung im Müritz-Nationalpark.
Während es in den 70er-Jahren darum ging, Moorstandorte für die Landwirtschaft intensiver zu nutzen und daher trocken zu legen, sollte mit dem EU-Life- Projekt die Wiedervernässung und damit der Moorschutz erreicht werden. Etwas, was nach Meinung Volker Spichers durchaus gelungen sei. „Der Wasserstand ist so wie prognostiziert“, zeigte sich der Projektleiter zufrieden. Er glaubt auch, dass die meisten Anwohner sich inzwischen mit dem Projekt arrangiert hätten. Einige würden sich auch bei den Rohrdommel-Zählungen einbringen.
Wie erwartet, habe sich der Wasserstand von Havel, Zotzensee und Grundwasser erhöht, weil keine Entwässerung mehr stattfindet. Selbst bei Fachtagungen, an der auch Vegetationskundler teilnahmen, wurde festgestellt, dass sich die torfbildende Vegetation, sogenannte Großseggenriede, verdoppelt habe. Etwas, was sich auch auf die Tierwelt ausgewirkt hat. Der Rohrdommelbestand habe sich stabilisiert. Während es hier früher ein bis zwei Rufer gab, sind mittlerweile zwei bis drei zu hören. Als Rufer werden die Männchen dieser scheuen und vom Aussterben bedrohten Vogelart bezeichnet, die die Weibchen anlocken. Im Wasserschilf, das sich auch ausgeweitet hat, findet die Große Rohrdommel optimale Bedingungen, verdeutlicht Volker Spicher. Die alte, aber noch intakte Technik der Schöpfwerke hat der Wasser- und Bodenverband Obere Havel/Obere Tollense übernommen.
Die neuesten Ergebnisse der Monitoring-Überwachung könen im jüngsten Labusheft nachgelesen werden. Dabei geht es nicht nur um Vögel, sondern auch um seltene Libellen-Arten.
Quelle: Nordkurier vom 28.02.2009




