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Haushalt als größte Last und größte Freude


Mirow. Norbert Pape ist seit zehn Jahren Bürgermeister in Mirow, ob er noch einmal kandidiert – darüber denkt er noch nach. Am meisten musste er sich in den zehn Jahren mit dem Haushalt beschäftigen:

Im Jahr 2000 betrug das Defizit umgerechnet 2,2 Millionen Euro. Mit dem Haushalt verbindet sich aber auch seine größte Freude als Bürgermeister – dank rigoroser Sparpolitik wird es im 2010 wahrscheinlich seit vielen Jahren wieder den ersten ausgeglichenen Haushalt in Mirow geben.

 

Auf welche Weise sind Sie als damals 41-Jähriger in das Bürgermeisteramt gekommen?
Es hatte sich 1999 die Initiative Aktive Mirower Bürger (AMB) gegründet – ich war Gründungsmitglied –, weil wir unzufrieden mit der Sanierungssatzung waren. Wir traten gleich zur Kommunalwahl an. Ich war Bürgermeister-Kandidat und wurde dann von der Stadtvertretung gewählt.

 

Einige Zeit später wechselten Sie zur CDU. Warum?
Ich fühlte mich nicht mehr zu Hause in der AMB, die Auffassungen hatten sich auseinanderentwickelt.

Schließlich kam es sogar so weit, dass Sie ehemalige Mitstreiter und andere Stadtvertreter abwählen lassen wollten.
Diese Zeit hat viele Nerven gekostet. Aber die Bürgerbeteiligung bei dieser Wahl war nicht so hoch, dass es zur Abwahl kam, die Mehrheit der Mirower wollte mich weiter als Bürgermeister.

 

Nun gab es neben diesen Dingen, die viel Nerven kosteten, sicher auch anderes, worüber Sie sich freuen können.
Natürlich. Da möchte ich an erster Stelle den Haushalt nennen. Im Jahr 2000 hatten wir ein Defizit von umgerechnet 2,2 Millionen Euro, in diesem Jahr sind es noch 49 200 Euro. 2009 wollen wir einen ausgeglichenen Haushalt hinlegen – wenn nicht böse Überraschungen kommen.

 

Was könnten das für Überraschungen sein? Und wie hat es die Stadt geschafft, die Schulden abzubauen?
Solche Überraschungen waren zum Beispiel die Schlossbrücke und die Hohe Brücke. Wir wurden verpflichtet, beide neu zu bauen, weil sie ganz und gar marode waren. Wenn wir trotzdem das Defizit abbauen konnten, liegt das am rigorosen Sparen. Und ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bei den Stadtvertretern bedanken, die den Konsolidierungskurs konsequent unterstützten.

 

Woher kamen vor zehn Jahren diese Riesenschulden?
Die hingen mit dem Klärwerk zusammen. Bis 1999 wurden aus politischen Gründen Preise genommen, die die Kosten nicht deckten, das häufte sich an.

 

Die Finanzen sehen also besser aus. Jahrelang konnte kaum investiert werden, gibt es jetzt Träume für Mirow?
Natürlich. Ich wünsche mir eine sanierte Schlossinsel und ein Stadtentwicklungskonzept für Mirow. Zum Beispiel muss die Parkplatz-Kapazität im Zusammenhang mit dem Welcome Center auf der Schlossinsel erheblich erweitert werden. Und dann ist da immer noch die Umgehungsstraße für die B 198, die muss kommen, der Schwerlastverkehr wird immer bedrohlicher. Ist die Umgehung – einschließlich der Anbindung der Kreisstraße Richtung Peetsch – da, besteht die Möglichkeit, die Innenstadt umzugestalten.
 
Quelle: Nordkurier vom 16.03.2009




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