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Fachmann baut Bio-Gärtnerei auf
Gartenbau wurde in Seewalde zwar schon seit längerer Zeit betrieben, jetzt nimmt das Kristof Kühl, er ist ausgebildeter Gärtner, professionell und systematisch in die Hand. Im vergangenen Jahr hat er den Vertrieb angeschoben, die Erzeugnisse gibt es im Laden der gGmbH in Seewalde und im Naturkostladen „Gänseblümchen“ in Neustrelitz. „Wir liefern generell direkt und nicht über den Großhandel, das hängt mit unserem nicht so großen Produktionsumfang zusammen“, erklärt Kristof Kühl. Außerdem dient die Gärtnerei ebenfalls der Versorgung der Lebensgemeinschaft. Auch Urlauber kaufen im Seewalder Laden gern frisches Gemüse ein – auf dieser „Schiene“ hätte im vergangenen Jahr mehr abgesetzt werden können, da kann die Gärtnerei also noch „nachlegen“, sagt Kristof Kühl.
Seine Gärtnerlehre absolvierte er in Bingenheim bei Frankfurt am Main. In Bingenheim existiert eine Saatgut AG, die in Biokreisen gut bekannt ist, weil sie biologisches Saatgut produziert. Wie kam der junge Mann aber nun aus Hessen ausgerechnet nach Südmecklenburg? „Sein Bruder ist Stammgast hier bei uns in den Ferienhäusern. Als er hörte, dass wir einen Gärtner suchen, sagte er, mein Bruder ist einer. Das war der Impuls, dass er später zu uns kam“, erzählt Thomas Gädeke, Geschäftsführer der Dorf Seewalde gGmbH. Und Kristof Kühl ergänzt: „Ich habe schon immer von einer eigenen Gärtnerei geträumt. Und hier kann ich das nach meinen Vorstellungen verwirklichen.“
Und das nicht irgendwie, sondern „Demeter“-zertifiziert. Dieses Zertifikat hat noch strengere Maßgaben als das EU-Bio-Zertifikat, erläutert er. Demeter gibt es bereits seit 1924, es wurde von jemandem entwickelt, der keine „Chemie-Landwirtschaft“ betreiben wollte. Kristof Kühl produziert – unterstützt von einem Betreuten aus der Lebensgemeinschaft und Praktikanten – also nicht nur nach strengen Bio-Vorschriften, er hat auch besonderes Gemüse. Zum Beispiel die „Berner Rose“. Das ist eine alte, aber wegen des hervorragenden Geschmacks immer noch bekannte und beliebte Fleischtomate. „Weil sie sehr wenig Säure hat, ist sie auch für Allergiker geeignet. Solche tollen Tomaten habe ich bisher nur in Griechenland bekommen“, schwärmt Thomas Gädeke. Allerdings ist die Berner Rose so saftig, dass sie kaum transportfähig ist. Auf den schlechten Straßen rund um Seewalde würde sie schlicht und einfach auf dem Auto zerplatzen, bedauert Kristof Kühl. Also gibt es sie nur im Seewalder Laden. Außerdem
werden in Seewalde in den beiden Gewächshäusern, den Folientunneln, und im Freiland Möhren, Rote Bete, Porree, Buschbohnen, Salate, Kräuter, Gurken, Melonen, Rosenkohl und Grünkohl angebaut.
Quelle: Nordkurier vom 18.03.2009




