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Wechselbad: Euphorie weicht Skepsis


Mirow. „Irgendwie konnten wir das nicht so richtig glauben, was wir anfangs zu hören bekamen“, sagte Barbara Lange, Sprecherin der Aktionsgemeinschaft „Freier Himmel“ gegen das in der Kyritz-Ruppiner Heide geplante Bombodrom.

Sie war gestern mit rund 80 Mitstreitern aus den eigenen Reihen und etwa 120 Aktivisten der brandenburgischen Initiative „Freie Heide“ in die Bundeshauptstadt gereist. Hier, vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, findet das von der Bundeswehr angestrengte Revisionsverfahren statt. Im Juli 2007 hatte das Verwaltungsgericht Potsdam die vom Bundesverteidigungsministerium erlassene Betriebserlaubnis für den Schießplatz aufgehoben.

Nicht alle Bombodrom-Gegner fanden gestern im Gerichtssaal Platz. Sie wurden auch davon überrascht, dass der Richterspruch erst heute erfolgen soll.

„Es gab zunächst jede Menge Hoffnungszeichen am Horizont, dass die Berufung zurückgewiesen wird“, so Barbara Lange nach dem ersten Verhandlungstag. Am Vormittag bei den Grundsatzfragen hatte sich bei den Bombodrom-Gegnern der Eindruck verfestigt, „dass der Richter den Kurs fährt, den wir uns erträumt haben“, so die Sprecherin von „Freier Himmel“. „Der hat die Bundeswehr richtig rund gemacht und ihre Planungen als höchst risikoreich eingestuft.“ Mit dieser Klarheit hätten die Bürgerinitiativen nicht gerechnet. Der Vorsitzende Richter Jürgen Kipp habe später aber durchblicken lassen, dass er ein erneutes Zusammentreffen der Prozessparteien vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erwartet. Somit könnte Barbara Lange mit ihren Zweifeln recht behalten: Am Abend war die Euphorie der Skepsis gewichen. „Letztlich wollen wir uns aber nicht in Kaffeesatzleserei üben.“

 

Quelle: Nordkurier vom 27.03.2009
 




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