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Orgelbauer werkeln in Johanniter-Kirche
„Das Instrument war einfach verschmutzt, das ist eine ganz normale Reinigung“, beschreibt Orgelbauer Andreas Gottschald von der Firma Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH sein Tun in der Mirower Johanniter-Kirche.
Mirow. „Das Instrument war einfach verschmutzt, das ist eine ganz normale Reinigung“, beschreibt Orgelbauer Andreas Gottschald von der Firma Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH sein Tun in der Mirower Johanniter-Kirche. Gestern noch war die an der Seitenwand befindliche, 1400 Pfeifen zählende Orgel in x Einzelteile zerlegt. Kaum zu glauben, dass heute bereits Abnahme sein soll.
So waren Andreas Gottschald und Kollegin Katharina Lindner mit Konzentration dabei, das Instrument wieder zusammen zu fügen. Erschwert wurde die täglich um die zehn Stunden währende Arbeit – alles erfolgte vor Ort – durch die kalten Temperaturen. 5,6 Grad Celsius wurden gestern in der Kirche abgelesen. Die Kommastelle ist dabei für den Orgelbauer nicht unerheblich. „Wir hatten auch schon
5,3 Grad“, sagt er und reibt sich fröstelnd die Hände.
Dann lüften die beiden Mitarbeiter aber das Geheimnis. Unter ihrem provisorisch aufgebauten Arbeitstisch, der mit einer dicken Decke zugehängt ist, steht ein Heizgerät. Solange am Tisch gewerkelt, geschrieben oder telefoniert wird, sind zumindest die Beine von wohliger Wärme umgeben.
Exakt 30 Jahre ist es her, dass das Instrument in der Mirower Johanniter-Kirche seinen Dienst aufgenommen hat. „Die Orgelweihe war am 24. Juli 1977“, weiß Pastor Jörg Heinrich zu berichten. Dabei ist jene Firma, die das Instrument jetzt reinigt, genau die selbe, die es einst hergestellt hat. Dass die Orgel im 30. Jahr überholt werden kann, bezeichnet der Pastor als Gottes Fügung. Denn eigentlich war diese „Kur“ erst für 2008 vorgesehen. Aber der Oberkirchenrat, der ein Drittel der Kosten aus dem Orgelfonds begleicht, signalisierte, dass bereits begonnen werden könnte, weil anderweitig eingeplante Mittel nicht abgerufen wurden. 3500 Euro werden auf diese Weise beigesteuert.
Die Pfeifen wurden mit dem Kompressor ausgeblasen, gewaschen, die Gelenke entrostet und gefettet. Auch ein Register, das erst kürzlich seinen Dienst versagte, konnte wieder gangbar gemacht werden. Außergewöhnliches haben die beiden Orgelbauer dabei nicht erlebt. „Keine Mäuse, keine Eulen“, schüttelt Andreas Gottschald den Kopf – wobei ein solcher Fund durchaus zum Tagesgeschäft gehört: „Das passiert öfter mal, dass die Tiere in die großen Pfeifen rutschen und nicht wieder herauskommen“. In Mirow glücklicherweise blieben etwaige Kirchenschiff-Bewohner von einem solchen Schicksal verschont.
Quelle: Nordkurier vom 16.11.2007




