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Jubiläums-Kirchturmfest auf gutem Weg


Mirow. „Uns raucht der Kopf, aber wir sind übern Berg, wir haben die Chronik zu liegen“, sagt Dr. Hans- Jürgen Lippe, Vorsitzender der Vereinigung Kirchturm Mirow e.V., erleichtert.

Gemeinsam mit Arnulf Herzog, Pastor i. R. Joachim Thal sowie Hans-Joachim Hardow wurde der zeitliche Abriss erarbeitet und dabei manches Erlebnis noch einmal ins Gedächtnis gerufen. Im August feiert die Vereinigung Kirchturm Mirow e.V. 20-jähriges Bestehen. Am Sonnabend, 15. August, steigt das Jubiläumskirchturmfest auf der Schlossinsel – mit einem bunten Programm, abendlichem Tanz und einer Tombola, wobei schon jetzt verraten sei, dass es eine Reise zu gewinnen gibt. Am Sonntag dann, dem 16. August, wird um 9.30 Uhr zum Festgottesdienst in die Johanniterkirche eingeladen. Am Nachmittag steht eine Dampferfahrt für geladene Gäste auf dem Plan, umreißt Dr. Lippe das Programm.

Wie mit dem Kirchturmverein alles angefangen hat? Im Zuge der Aufbruchstimmung im Jahr 1989 keimte auch die Hoffnung, Menschen mobilisieren zu können, die es sich zum Ziel machen, der Johanniterkirche wieder zu einem Haupt zu verhelfen. Denn die Turmspitze war 1950 nach Zerstörung der Kirche am Ende des zweiten Weltkriegs nicht wieder hergerichtet worden. Der Leitspruch „Schau auf!“ begleitete das Tun der damals 22 Gründungsmitglieder, „von denen bis auf einen auch noch alle dabei sind“, wie Dr. Lippe erklärt. Dabei waren die Worte „Schau auf“ nicht nur auf die Höhe bezogen, sondern in gewisser Hinsicht auch politisch motiviert.

Das Engagement ließ nach der Wende nicht nach – auch wenn das selbst erklärte Hauptziel bereits 1993 mit dem Aufsetzen der Kirchturmspitze durch den Förderverein als erfüllt angesehen werden konnte. Doch die Gemeinschaft, die zahlenmäßig enorm wuchs, engagierte sich beispielsweise in Sachen Bombodrom, hatte bei der Gründung des „Freien Himmels“ eine Schlüsselfunktion inne. Jedes Jahr zum 1. Mai, wenn Mirow zur Wasserdemo einludt, wurde auch der Kirchturm mit einem Tuch eingehüllt, um eine Anti-Bombodrom- Botschaft weit sichtbar in die Landschaft zu schicken. Darüber hinaus betrachtete es der Kirchturmverein als seine Aufgabe, das Tun der Kirche zu begleiten und den Tourismus auf der Schlossinsel anzukurbeln. Egal ob Kirchturm-Treppe, Glockenaktion oder die Einrichtung der Bücherstube, der Malerei-Ausstellung und des Johannitermuseums – vieles wurde bewegt, etliche bauliche Verbesserungen eingeleitet. Inzwischen zählt die Gemeinschaft 96 Mitglieder, davon zwölf Ehrenmitglieder – jüngst wurde Hans-Joachim Hardow dazu ernannt. Mehr als 10 000 Besucher nutzen jedes Jahr das Angebot, den Kirchturm zu besteigen: gerade wurde der 90 000 Besucher begrüßt.

 

Quelle: Nordkurier vom 29.07.2009 




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