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„Karibik“-Duft und Kaffee mit Bartschutz


Wustrow. Neben den 660 Jahren Ortsgeschichte, die Wustrow am Wochenende mit dem Dorffest begeht, nehmen sich die bislang zehn Jahre der Heimatstube winzig aus.

Aber auch sie haben es in sich, ist doch die Einrichtung nach dem Start in der „alten alten Schule“ erst im vergangenen Jahr in die „neue alte Schule“ umgezogen. Wo einst 200 Kinder lernten, haben nun vielerlei Ausstellungsbereiche bis hin zur Sakowski-Lesestube ihren Platz gefunden.

Die Vorgeschichte der Heimatstube reicht natürlich weiter als nur zehn Jahre zurück: Eine Ortschronik, wie sie der DDR-Ministerrat in den 50er Jahren überall wünschte, wurde seither auch in Wustrow geführt, erinnert sich der langjährige Schuldirektor Karl- Friedrich Kehnscherper. Mittlerweile 82, hat er sich die Leidenschaft fürs Sammeln und Erhalten bewahrt. Und die Wustrower ziehen mit. Bei einem Rundgang durch die Heimatstube entsteht leicht der Eindruck: Hier wirft keiner was weg, was noch das Leben vergangener Zeiten veranschaulichen kann.

Von bronzezeitlichen Scherben reicht die Sammlung bis in jüngste Vergangenheit, zu Fotos von der Asphaltierung der Ortsdurchfahrt und vom Abbau der Freileitungen. Die Karnevalstradition des Ortes wird ebenso lebendig wie die Geschichte der Schule oder die Entwicklung der Arbeit in Landwirtschaft, Fischerei und Harzgewinnung. Schilder würdigen die Spender der Exponate– so auch im Schlafzimmer mit den 80 bis 100 Jahre alten Möbeln. Der unverfliegbare Duft von „Karibik“ und „Joy“ in dem Schrank mit DDR-Produkten erinnert an jene Zeit, als die Seifenfabrik hier ein Kinderferienlager unterhielt. Und eines der meistbestaunten Exponate ist sicher die Kaffeetasse mit Bartschutz.

Mehrere hundert Besucher zählt die Heimatstube jedes Jahr; zwei geförderte Stellen allerdings laufen demnächst aus. „Wir müssen sehen, wie wir dann über den Winter kommen“, sagt Kehnscherper. Denn an weiteren Plänen fehlt es nicht: Eine Bücher-Ausleihe soll entstehen und eine literarische Veranstaltungsreihe aufgelegt werden. 
 

Quelle: Nordkurier vom 07.08.2009




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