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Theatercamp: Mauerfall liefert Lärzer „Story“ für Inszenierung


Lärz. Eine Frau im Konsum, drei alte Männer in der Ostberliner U-Bahn, Leute, die sich vor der Mauer jubelnd in den Armen liegen und Volkspolizisten, die ratlos dazwischen stehen –

das sind Fotos, aus denen in diesem Jahr das Theaterstück des Jugend-Theatercamps auf dem Kulturkosmos-Gelände in Lärz gestrickt wird. Denn das Thema ist der Mauerfall vor 20 Jahren. Daran arbeiten gerade 15 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sieben und 17 Jahren unter Anleitung der beiden Theaterpädagoginnen Carolin Lindner und Nina Stemberger. „Es ist also kein fertiges Stück, für das wir Rollen verteilen, die einstudiert werden. Wir wollen das Stück gemeinsam mit den Camp-Teilnehmern Stück für Stück aufbauen. Sie sollen das Gefühl haben, dass sie das Stück machen und es als Gruppe gemeinsam auf die Bühne bringen“, erklärt Carolin Lindner.

Dazu haben die beiden jungen Frauen vorher einen Fotokatalog über Mauer, Mauerfall und den DDR-Alltag zusammengestellt. Aus diesem Katalog sucht sich jeder Camp-Teilnehmer ein Bild aus, das die Grundlage für die Szene wird, die er auf die Bühne bringt. Carolin Lindner und Nina Stemberger helfen dabei und sorgen dafür, dass diese Szenen wie durch einen roten Faden verbunden zu einem Stück gefügt werden. Möglich ist das ganze Projekt übrigens nur, weil der Kulturkosmos Müritz e. V., Netto, Bäcker Reinhold und die Neustrelitzer Stadtwerke es unterstützen.

Carolin Lindner ist jetzt 28 Jahre alt, sie hat Erinnerungen an die DDR-Zeit und an den Mauerfall: „Am Abend, als der Mauerfall verkündet wurde, saß ich mit Opa und Bruder vor dem Fernseher. Mein Opa fand den Mauerfall toll. Und noch ein Bild taucht in mir auf: David Hasselhoff jubelnd oben auf der Mauer.“ Auch Nina Stemberger, 29, die in Österreich groß wurde, kann sich gut an diese Zeit erinnern: „Ich saß vor dem Fernseher, und dann sah ich die bis heute prägnantesten Bilder für mich – die offene Mauer und die jubelnden Menschen.“

Wie sieht es aber mit den Camp-Teilnehmern aus, für die 1989 eine ganz ferne Zeit ist, gelingt es den Theaterpädagoginnen, die Kids heranzuführen? Es ist schwierig, weil sie ganz wenig wissen über die Ereignisse und Verhältnisse von damals, es ist abstrakt für sie, haben Carolin Lindner und Nina Stemberger erfahren. „Aber wir wollen sie dafür sensibilisieren. Wir zeigen ihnen Filme wie ,Sonnenallee‘. Aha, so hat die Mauer ausgesehen, reagieren die Kinder dann“, erzählt Nina Stemberger. Wie es im Camp geschafft wird, ein gutes Stück auf die Beine zu stellen, kann sich jeder am 8. August ansehen.

Die Uraufführung für das Stück findet am Sonnabend, dem 8. August, um 20 Uhr im „Luftschloss“ auf dem Lärzer Kulturkosmos-Gelände statt .


 

Quelle: Nordkurier vom 07.08.2009




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