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Vereinigung Kirchturm mit neuen Zielen


Mirow. Sie ließen den Turm der Mirower Johanniterkirche rekonstruieren. Sie bewirkten die Sanierung im Inneren des Turms.

Sie organisierten eine neue Glocke. Sie gestalteten das Areal rings um die Kirche. Sie eröffneten das erste Johannitermuseum des Landes. Was die Mitglieder der Vereinigung Kirchturm Mirow in den vergangenen Jahren für ihre Kleinstadt geleistet haben, ist unbezahlbar.

Dennoch sehen die Angehörigen des Vereins, die sich als „Förderer für den Kirchturm und für die Menschen in unserer Region“ verstehen, keinen Grund, sich auf ihren Erfolgen auszuruhen. Am Rande des Festes zum 20. Vereinsjubiläum blickte Vorsitzender Hans-Jürgen Lippe am Wochenende auf die nächsten zwei Jahrzehnte.

„Wir wollen dazu beitragen, dass sich Mirow zugunsten des Tourismus weiter entwickelt“, sagte der Vereinschef. So wolle man darauf hinarbeiten, die Kirche weiter sanieren zu lassen, die herzogliche Gruft zu gestalten und das Johannitermuseum zu erweitern. Schon jetzt lasse sich der Kirchturm als „Erlebniskirchturm auf fünf Etagen“ bezeichnen. Dass sich Touristen mit Geschichte begeistern lassen, daran hat Hans-Jürgen Lippe keinen Zweifel. „Natur ist vorhanden. Aber wir müssen den Leuten auch etwas für schlechtes Wetter bieten.“ Die Reaktionen der Besucher – im Juli erklomm der 90 000. Gast den Turm – bestärken ihn darin, auf dem richtigen Weg zu sein. „Viele gehen mit ganz neuen Erkenntnissen hier raus“, hat der Vorsitzende beobachtet.

Ein Blick in die Festschrift zeigt, wie geheimnisvoll, fast revolutionär, sich am 4. März 1989 acht Männer „hinter verschlossenen Türen“ zu einem ersten „konspirativen“ Treffen zusammengefunden hatten. Einziger Tagesordnungspunkt: Wie können wir den Kirchturm der Mirower Johanniterkirche wieder in seiner ursprünglichen Form aufbauen. Schnell wurde festgelegt: Der Kirchturm wird aufgebaut. Für dieses Vorhaben eigne sich – alles andere als DDR-konform – am besten die Gründung eines Vereins. Eine Satzung wurde erarbeitet und die „Inhalte und Aussagen möglichst wenig anstößig formuliert“, heißt es in dem Rückblick-Heft. Fünf Monate später war es so weit: Die Vereinigung Kirchturm Mirow wurde gegründet. Schon im Oktober 1989 zählte der Verein, der heute der älteste Mirows ist, 40 Mitglieder. Heute kümmern sich 95 Frauen und Männer um Erhalt und Verschönerung des Areals auf der Schlossinsel.
 

Quelle: Nordkurier vom 17.08.2009




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