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Freier Himmel bleibt am Ball
Mirow. Eigentlich hätte man meinen können, die Mitstreiter vom Freien Himmel würden sich nach der Nachricht vom 9. Juli, wonach es in der Kyritz-Ruppiner Heide kein Bombodrom geben wird, entspannt zurücklehnen, ja quasi ihren Ruhestand beantragen.
Doch weit gefehlt: Die jüngste Regionalkonferenz um die Zukunft der Heide (Der Nordkurier berichtete) hat gezeigt, dass es noch einiges an Arbeit gibt. „Wir sind unserem Spaßvereinsziel, uns möglichst schnell aufzulösen, mit dem 9. Juli ein schönes Stück näher gekommen“, sagte die erste Sprecherin der Bürgerinitiative Freier Himmel, Barbara Lange. „Doch wer solange gekämpft hat, der sieht auch zu, dass er nicht umsonst gekämpft hat“, sieht die Mirowerin gute Gründe, weiterhin aufmerksam zu bleiben. So gelte es, sicherzustellen, dass es sich bei der Aussage zur Heide wirklich um eine belastbare Entscheidung handelt: „Sonst laufen wir Gefahr, den wichtigen Erfolg aufs Spiel zu setzen.“ Arbeitstreffen wird es beim Freien Himmel also auch in Zukunft noch geben. „Aber wir sind alle unheimlich erleichtert, es ist schön zu sagen, wir müssen keine großen Aktionen mehr planen. Jetzt ist es ein bisschen so, als wenn wir uns freiwillig treffen, vorher war ein gewisser Zwang dahinter“, beschreibt Aktionsgemeinschaftsmitglied Britta Meier-Itner aus Granzow das Empfinden in der Gruppe.
Barbara Lange ist überzeugt, dass das Urteil von Potsdam von weitreichender Bedeutung – eine Art Musterklage – ist, die vielleicht auch in anderen Fragen betroffenen Bürgern Mut machen kann. „Es ist eine schöne Erfahrung gewesen, wie der Rechtsstaat funktionieren kann, wie vor Gericht auf einmal nicht mehr verteidigungsrechtliche Fragen sondern verwaltungsrechtliche im Vordergrund standen. Wir haben ein Stück weit zur Demokratisierung der Verteidigung beigetragen“, so Barbara Lange.
Dennoch gelte es, misstrauisch zu bleiben, solange die Fläche einer militärischen Nutzung vorbehalten ist. Hier sei es Aufgabe der Bürgerinitiative, auch politisch nachzuhaken: „Kümmert Euch bitte darum, dass keine militärischen Pläne für die Heide entwickelt werden“, formuliert Barbara Lange die Botschaft an die Politiker – etwas, was mit der Regionalkonferenz bereits Gehör gefunden hat. Mit Blick auf jene Stimmen, die ein sofortiges Nutzungskonzept für das munitionsbelastete Gelände von den Aktionsgemeinschaften einforderten – getreu dem Motto: die Bundeswehr hätte schon gewusst, was sie mit der Fläche macht, äußerte Barbara Lange: „Wir sehen uns ein bisschen in der Rolle des Kindes in ,Des Kaisers neue Kleider‘. Das Gelände war von vornherein belastet, das ist seit dem 9. Juli nicht mehr geworden. Hier ist der Bund in der Pflicht. Die Beräumung ist eine vernünftige Verwendung von Steuergeldern“, so die Sprecherin.
Übrigens, zumindest eine große Aktion ist seitens der Bürgerinitiative doch geplant. Am nächsten 1. Mai soll es die bei der letzten Wasserdemo angekündigte 1-A-Seebestattung für das Bombodrom geben – natürlich wieder am Strandbad des Mirower Sees. Und allen Kommunen, die Anti-BombodromSchilder aufgestellt haben, legt die Sprecherin ans Herz: „Lasst sie ruhig stehen, es verfriert überhaupt nichts, es ist ein Zeichen von Selbstbewusstsein, etwas, an dem wir uns freuen können.“
Quelle: Nordkurier vom 16.09.2009




