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„Dicke Fische“ landen bei Fischern im Netz
Boeck. Großes Gejohle unter den Zuschauern beim traditionellen Abfischen an der Fischer-Rotunde „Bolter Schleuse“.
Gerade kommt ein vollbesetztes Kanu mit Urlaubern vorbei. Die staunen mächtig: Fliegende Fische hier im Kanal? Schnell klärt sich auf. Die Gäste, die dicht an dicht am Förderband stehen, auf dem die Fische nach oben transportiert werden, bewerfen die Kanuten mit den kleinen Schuppentieren, die ohnehin wieder ins Wasser müssen. Die Wassersportler machen gute Miene zum bösen Spiel und paddeln weiter in ruhigere Gefilde.
Das Abfischen in der Rotunde ist fester Bestandteil der Müritz-Fischtage, die am Wochenende in Plau am See eröffnet wurden. Steffen Steinbeck, der „Oberfischer“ hier in Boek, ist schon ein bisschen stolz auf „sein“ Abfischen, das gestern Hunderte Urlauber und Einheimische an die Teiche gezogen hat. Bereits zum sechsten Mal lassen sich die Fischer hier zum Saisonausklang in die Karten gucken. Eine Tonne Karpfen holen die Männer aus dem Wasser, eine halbe Tonne Stör, dazu 200 Kilogramm Schleie und die gleiche Menge Wels. Nebenan kann dann gleich gekostet werden. Die Attraktion des Tages, sagt Steffen Steinbeck stolz, sei der „Hecht am Spieß“. Der immerhin 13 Kilogramm schwere Räuber lockt Schaulustige ans Feuer. „Was andere mit Schweinen oder Ferkeln können, machen wir eben mit Fischen“, erzählt Steinbeck stolz.
Um die Qualitätsprodukte der Müritzfischer in vielen Restaurants der Mecklenburgischen Seenplatte anzubieten, finden noch bis zum morgigen Sonntag in über 40 ausgewählten Restaurants der Region die 3. Müritz Fischtage statt – eine der größten kulinarischen Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern. Der „Fisch des Jahres“ dabei: die Kleine Maräne, auch als „Müritzlachs“ bekannt. Dieser Fisch ist seit dem Ende der Eiszeit in klaren, sauerstoffreichen Seen Europas heimisch. In Mecklenburg-Vorpommern gefangene Kleine Maränen gelten nicht nur bei Kennern als besondere Delikatesse.
Neben dem stattlichen Hecht am Spieß steht Rainer Nowotny. Der Urlauber aus Berlin kann es kaum erwarten, dass der „dicke“ Fisch endlich fertig ist. „So etwas“, so Nowotny, „habe ich noch nie gegessen“. Mit gegrilltem Fisch kenne er sich bestens aus, behauptet der Berliner, aber Hecht am Spieß sei dann doch noch etwas neues. Steffen Steinbeck muss wieder weiter. Auf einem Anhänger landen die „reifen“ Karpfen im Wasserbottich. Wer möchte, kann sich jetzt schon einen frischen Karpfen kaufen.
Die Gegend um die Müritz gilt als Paradies für Fischer und Angler. An immerhin 27 000 Hektar Angelgewässern können im Müritzkreis Petrijünger ihr Glück beim Fischen versuchen.
Quelle: Nordkurier vom 10.10.2009




