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Waldorf-Kita in Seewalde


Seewalde. Ein Kind ist kein unbeschriebenes Blatt, das man mit Bildungsinhalten füllen muss, die dann später als Arbeitsmarktqualifikation wieder abrufbar wären.

 

Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Umfassende Entwicklung aller menschlichen Potentiale als Voraussetzung für tüchtige Menschen, die dann ihre Aufgaben suchen und ein Einkommen finden werden , sagt Thomas Gädeke, Geschäftsführer der Dorf Seewalde GmbH, in der im Frühjahr die erste Waldorf-Kita im Landkreis Mecklenburg-Strelitz ihre Pforten öffnen wird. Bis dahin gibt es bereits eine Vorstufe zum Kindergarten in Seewalde: Die erfahrene Waldorf-Pädagogin Annemarie Braun betreut fünf Kinder aus dem Dorf und der Umgebung als Tagesmutter. Nach einigen baulichen Veränderungen, die jetzt in Angriff genommen werden sollen, dürfte dann der Genehmigung für einen Kindergarten nichts mehr im Wege stehen. Bereits jetzt werden Anmeldungen entgegengenommen. Denn auch die umliegenden Orte haben die Möglichkeit, die Einrichtung zu nutzen. Der Bedarf ist da , hat Thomas Gädeke bereits erfahren. Zunächst mit einer Gruppe von 12 bis 13 Kindern (davon vier Krippenkinder), zum Auftakt möglichst ab einem Alter von zwei Jahren, will die Kita starten. Dann richten wir uns nach dem Bedarf , sagt Rale Bühring, der mit den Ämtern in Kontakt steht und dort viel Entgegenkommen erfahren hat. Er ist übrigens ebenso wie Thomas Gädeke selbst mal ein Waldorf-Kindergartenkind gewesen. Was das pädagogische Konzept anbelangt, das hierzulande relativ unbekannt ist, so sind voraussichtlich im März Kennenlern-Veranstaltungen geplant, die den Eltern Einblick bieten. So wird in der Wal-dorfkita Brot gebacken, gemeinsam Mus gekocht, beim Spielzeug viel auf Naturmaterialien und vor allem auf wenig Fertiges gesetzt, das Raum für Fantasie lässt. Jeder Stock kann ein Telefon sein , führt Thomas Gädeke ein Beispiel an. Ein zweijähriges Kind schon mit einem Lerncomputer zu überfrachten, sei der falsche Weg. Alles zu seiner Zeit , nennt Gädeke das Prinzip. Auskünfte: 039828 20275.

 

Quelle: Nordkurier vom 27.11.2009




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