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Klärwerk Zukunft umstritten


Wesenberg. Gleich im Januar soll es in Wesenberg eine Sondersitzung der Stadtvertretung geben, die sich einzig und allein der Frage widmet, wie perspektivisch mit dem Abwasser umgegangen wird.

 

Bei der jüngsten Zusammenkunft am Donnerstagabend im Versammlungsraum der Wohnungsgesellschaft wurde das Thema äußerst kontrovers diskutiert. Die Meinungen darüber, ob die Kläranlage, die seit Jahren vom Wasserzweckverband Strelitz betrieben wird, dort verbleiben sollte oder in die Regie der Stadt Wesenberg zurückgeholt werden könne und sollte, gingen weit auseinander. Dabei war eigentlich eine Beschlussfassung geplant. Schließlich stand das Thema Öffentlich-rechtlicher Vertrag zum Beitritt der Stadt zum Wasserzweckverband Strelitz/Abwasser als Beschlussvorlage auf der Tagesordnung. Bürgermeister Helmut Hamp (BfW) drückte aufs Tempo: Eine Entscheidung sei längst überfällig. Seit der Übertragung der Anlage an den Zweckverband am 1. 1. 2004 bewege man sich rechtlich auf unsicherem Terrain. Es gibt einen gültigen Beschluss, eine abgeschlossene Bilanz, aber noch keinen Vertrag , sagte er. Die Tatsache, dass nach der Übertragung des Klärwerk-Betriebes, die mit allen Rechten und Pflichten erfolgte, noch finanzielle Forderungen auf die Stadt Wesenberg in Höhe von 1,2 Millionen Euro zukamen, wurmte die Wesenberger seinerzeit sehr. Der Grund für die Forderung war, dass eine Haushaltsstelle damals für zwei Investitionen, nämlich für Abwasser und Regenwasser, genutzt worden war, was im Nachhinein auseinander gerechnet werden musste. Mit Hilfe eines Kredites werde diese Verpflichtung nun erfüllt. Umso schwerer fällt es einigen Abgeordneten, die Kläranlage nun gänzlich dem Wasserzweckverband zu überlassen. So vertraten Uwe Gestewitz (BfW) und Harald Gestewitz (FDP) die Meinung, dass ein in Eigenregie geführter kommunaler Wirtschaftsbetrieb das Beste für die Stadt sei. In Lalendorf (bei Teterow) hatten sich die Stadtvertreter einen solchen funktionierenden Betrieb angesehen. Uns wurde von dort Unterstützung zugesagt , erklärte Uwe Gestewitz, der sogar in Erwägung zog, mit Blick auf künftig wegfallende ABM-Stellen eine Art Regiehof wieder ins Leben zu rufen. Hier hielt Thomas Splett (CDU) dagegen: Er könne sich lediglich vorstellen, fürs Klärwerk einen Geschäftsführer einzusetzen. Wartungsarbeiten wären durch externe Dienstleister auszuführen. Hamp gab zu bedenken, dass wohl niemand in der Stadtvertretung genügend Zeit und Ahnung habe, einen solchen Betrieb zu leiten. Deshalb habe man die Verantwortung seinerzeit an den Zweckverband übertragen. Wenn man einen Eigenbetrieb wolle, müsste die Stadt Geld in die Hand nehmen und sich kompetenter Personen bedienen. Zu klären sei die Frage, ob dies günstiger wäre. 

Quelle: Nordkurier vom 28.11.2009




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