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51 Tonnen Munition geborgen
Mirow. 51 Tonnen Munition, davon 900 Kilogramm Explosivstoffmenge, wurden durch den Munitionsbergungsdienst, der für die Region seinen Sitz in Mirow hat, im zurückliegenden Jahr geborgen.
77 Soforteinsätze haben die Mitarbeiter absolviert, 70 000 Kilometer an Fahrtstrecke zurückgelegt und 32 Betriebsstunden mit einem Minibagger geleistet, mit dessen Hilfe Sprengtrichter ausgehoben werden können. Doch bei allen Zahlen ist eines besonders wichtig: Auch das Jahr 2009 blieb unfallfrei. „Es gab keine besonderen Vorkommnisse“, sagte Georg Tiedt, Fachtechnisches Aufsichtspersonal beim Munitionsbergungsdienst in Mirow.
Erst jüngst wurde das Team zu einem Einsatz gerufen. Am 28. Dezember war es, als in Nossentiner Hütte (Müritzkreis) ein alter Schuppen, eine Art Hühnerstall, abgerissen wurde. In einer Zwischendecke hatten die Bauherren etwas Verdächtiges ausgemacht. An einem Teil hing ein kleiner Fallschirm. Die Polizei wurde verständigt, und diese wiederum rief den Munitionsbergungsdienst an. Schließlich fanden die Kollegen zwei Übungshandgranaten russischer Art. Sie waren glücklicherweise nicht scharf und konnten somit transportiert werden.
Wie dieser Fall zeigt, beschränkt sich das Einsatzgebiet der acht Mitarbeiter in Mirow, die eng mit privaten Bergungsdiensten zusammenarbeiten, nicht nur auf die Strelitzer Region. Die Soforteinsätze ziehen sich im Bereitschaftsfall bis nach Rostock hin. „Für alles, was rechts von der Autobahn ist, sind wir zuständig“, nennt Georg Tiedt eine Faustregel. Der Bereitschaftsdienst erfolgt im Wechsel mit den Kollegen von der Mellenthiner Heide (Insel Usedom).
Schwerpunkteinsatzgebiete sind unter anderem Fürstensee und Rostock. Derzeit wird ein künftiger Solarpark auf dem Flugplatz Tutow (Landkreis Demmin) beräumt. Oft sind es aber Pilzesammler, Angler oder Urlauber, die die Polizei oder den Munitionsbergungsdienst verständigen. Eine, wie sich herausstellte, noch scharfe Einhandgranate hatte beispielsweise im Sommer am Schmalen Luzin bei Feldberg für Aufsehen gesorgt. Badegäste hatten die brisante Kriegsaltlast entdeckt. Eine 7,5 Zentimeter Sprenggranate kam in einem Waldstück bei Blumenholz zum Vorschein. Zudem gab es unzählige andere Einsätze und Funde, wobei es immer zuerst darum geht, die Bauart zu erkennen. „Die Zünderidentifizierung ist wichtig“, verdeutlicht Georg Tiedt. Er schätzt ein, dass die Anzahl der Soforteinsätze von der Tendenz her leicht abgenommen hat, das Aufkommen an Munition aber eher gleichbleibend ist. „Wir haben also noch mehrere Jahre zu tun“, schlussfolgert Georg Tiedt.
Quelle: Nordkurier vom 05.01.2010




