Informationen
Neuigkeiten
Veranstaltungen
Frage des Monats: Wie erkunden Sie die Kleinseenplatte?
Wettervorhersage
Neuigkeiten im Archiv
Markt doch kein "Platz des Freien Himmels"
Mirow. Der Mirower Marktplatz wird nun doch nicht den Namen "Platz des Freien Himmels" erhalten.
Ein entsprechender Antrag der FDP-Fraktion im Mirower Stadtparlamant fand während der jüngsten Stadtvertretersitzung am Dienstagabend im Amtsgebäude in der Breitscheidstraße keine Mehrheit. Mit sieben Ja-Stimmen und sieben Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung wurde das Ansinnen abgeschmettert. "Peinlich", kommentierte Hildegard Böhm, die als Mitstreiterin des Freien Himmels in den Zuschauerreihen Platz genommen hatte, das Ergebnis noch während der Sitzung, ehe sie ihren Mantel nahm und ging. Zuvor hatte die Zusammenkunft einen sachlichen Verlauf genommen. Zunächst hatte Hartwig Grählert (FDP) noch einmal das Anliegen seiner Partei erläutert: Ziel sei es, mit der Namensverleihung "die außergewöhnlichen Leistungen des Freien Himmels zu würdigen. Das Bombodrom hätte fatale Folgen für die ganze Region gehabt." Er führte die negativen Auswirkungen auf den Tourismus ebenso an, wie die Wertminderung beim persönlichen Eigentum. Außerdem sei die Bürgerinitiative ein hervorragendes Beispiel für gelebte Demokratie. Speziell für die Örtlichkeit Marktplatz spreche, dass hier kein anderer Name verdrängt werden müsste, wie das bei Straßen der Fall sei, auf dem Areal habe die Siegesfeier stattgefunden, schließlich solle der Platz eine bleibende Erinnerung auch für die Gäste der Region sein und letztendlich eine Würdigung für die Aktiven. Schon vor der Abstimmung meldete die CDU-Fraktion an, dass sie mit dem Vorschlag so nicht mitgehen könnte. "Wir haben alle miterlebt, was gelebte Demokratie bedeutet", erklärte Ute Leßmöllmann. Sie regte an, eine Bürgerbefragung durchzuführen, ob der Markt den Namen Freier Himmel tragen sollte oder nicht. "Wir schließen uns der Würdigung an, finden aber, dass der Markt nicht der richtige Ort ist", fügte x-Bürgermeister Norbert Pape, ebenfalls CDU, hinzu. "Es ist sehr schwer, Leute zu mobilisieren. Der Kampf gegen das Bombodrom war nervenzerreißend und von immenser Wichtigkeit", hielt Mirko Tobin (LINKE) dagegen. Er berichtete von einer Begebenheit, bei der er jüngst auf der Autobahn einen Wagen mit Hamburger Kennzeichen sah, an dessen Heck ein Freier-Himmel-Aufkleber angebracht war. Ein Zeichen, dass dies über die Grenzen der Region Anerkennung findet. "Ich würde es schön finden, wenn meine Tochter mich mit 15 auf dem Mirower Markt fragt, was es mit dem Freien Himmel auf sich hat", warb er um Zustimmung bei den Stadtvertretern und beantragte auch gleich eine namentliche Abstimmung. Aus den Reihen der SPD verlautete dann, dass man sich im Prinzip der Meinung der CDU anschließt, sich am Markt mehr Historie wünscht. Eine Straße, etwa die Strandstraße, wäre besser geeignet für die Umbenennung, regte Ortrud Poltier an. Schließlich wurde über die namentliche Abstimmung und im Anschluss über die Namensverleihung abgestimmt. Die Befürworter der Namensverleihung kamen aus den Reihen der FDP und der LINKEN, die Nein-Stimmen von den übrigen Stadtvertretern, wobei sich Ute Leßmöllmann (CDU) enthielt. "Strandstraße wäre eineMöglichkeit."
Hans-Jürgen Schaaf, Mitstreiter beim Freien Himmel, aus Mirow: "Es ist beschämend. Ich denke aber, dass das Abstimmungsergebnis schwerer für die Stadt zu ertragen ist als für den Freien Himmel. Schließlich ist der Vorschlag vonseiten der Stadtvertreter gekommen und nicht vom Freien Himmel. Aber es wäre schön gewesen, wenn der Platz den Namen bekommen hätte." Heidrun Rexer aus Schwarz, engagiert beim Freien Himmel: "Wenn man jemanden ehren will, dann muss man das an einem Ort tun, der auch gesehen wird." Thomas Müller, Amtsvorsteher im Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte: "Das, was der Freie Himmel für die Region geleistet hat, ist gar nicht hoch genug wertzuschätzen. Wenn das so ausgeht, hätte man die Sache von vornherein gar nicht anpacken müssen."
Quelle: Nordkurier vom 21.01.2010




