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Freie Sicht auf Bootsschuppen
Mirow. Mitarbeiter der Forst haben die frostigen Temperaturen genutzt, um im Erlenbruch neben der Mirower Mühlenbrücke in Absprache mit dem Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte Fällungen vorzunehmen.
Aus Gründen mangelnder Standsicherheit und weil die 50 bis 60 Jahre alten Bäume von Pilzkrankheiten befallen sind, wie es aus dem Amt Mecklenburgische Kleinseeplatte hieß, ist der Eingriff nötig geworden. "Ein Großteil der Bäume war abgestorben oder beim Absterben", teilte Sachbearbeiter Hans-Georg Rausch mit. Als Eigentümer der Fläche sei die Stadt in der Pflicht, nötige Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. Schwarze Flecken an den Stämmen würden darauf hindeuten, dass es sich um den Phythophthora Alni - jenen Pilz, der Erlen im Wurzelbereich schädigt, handeln könne. Aber auch andere Pilze seien nicht auszuschließen. "Es kam immer wieder vor, dass Bäume in die Wasserstraße fielen und Gefahr für die Bootsschuppen ausging", informierte der Sachbearbeiter. So wurde eine Expertin von der Landesforstanstalt zu Rate gezogen. Das Protokoll der Begutachtung, das dem Amt vorliegt, enthält die Empfehlung, "die Erlen auf den Stock zu setzen", wie der Sachbearbeiter sagt. Es handele sich dabei um eine alte Waldbewirtschaftungsform, bei der die Bäume in ein bis eineinhalb Metern Höhe am Stamm abgeschnitten werden. "Ein gesunder Baum treibt dann in ein paar Monaten wieder aus", erklärte Rausch - vorausgesetzt, es ist noch genügend lebendes Kambium da. So habe man den Frost genutzt, um überhaupt erst mit den nötigen Gerätschaften ins sonst so weiche Bruch hineinzugelangen. "Alles, was wir fällen konnten, haben wir runtergenommen", berichtet Georg Rausch, dabei habe man sich an die Vorgaben im Gutachter-Protokoll gehalten. Hier war empfohlen worden, "straßenseitig, wasserseitig und entlang den Bootsschuppen einen Streifen von eineinhalb Baumlängen" abzusägen. Die Fläche direkt an den Bootsschuppen musste allerdings ausgespart werden. "Da kommen wir mit der Technik nicht ran", begründete Rausch, der sich schon wunderte, dass der angrenzende Kanal in diesem Jahr noch kein Eis führt, was die Arbeiten sicherlich vereinfacht hätte. Ansonsten handele es sich bei jenen Bäumen, die jetzt noch stehen, um die Flächen anderer Eigentümer. Auf ein Bergen des gefällten Holzes aus dem Sumpf müsste weitgehend verzichtet werden. "Das Holz, das greifbar ist, wird aufgearbeitet. Das, was nicht geborgen werden kann, bleibt liegen."Denn die Kosten der Bergung aus dem Sumpf würden den zu erzielenden Preis deutlich übersteigen.
Quelle: Nordkurier vom 26.01.2010




