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Gemeinde Schillersdorf ruht jetzt
Schillersdorf. Die Kirchgemeinden Wesenberg und Schillersdorf sind jetzt eine neue Verbindung eingegangen, das wurde am vergangenen Sonntag mit einem Gottesdienst und einer Kaffeetafel in Schillersdorf gefeiert - auch mit Sekt, denn irgendwie handelte es sich ja auch um einen Abschied, berichtet der Wesenberger Pastor Torsten Morche und erklärt:
"Es handelt sich dabei nicht um eine neue, eine vereinigte Kirchgemeinde, sondern um zwei verbundene. Das heißt, dass nicht nur die Wesenberger weiterbesteht, sondern auch die Schillersdorfer. Letztere ruht aber, kann jedoch bei Bedarf, wenn zum Beispiel viele neue Christen kommen, reaktiviert werden." Ursache für die Verbindung, so Torsten Morche, war, dass nach der Auflösung der Kirchgemeinde Schillersdorf-Kratzeburg die Arbeitsbelastung im großflächigen Gebiet nicht mehr geschafft werden konnte. Das hing wesentlich mit dem Weggang von Pastor Tom Ogilvie und seiner Frau, die als Gemeindepädagogin arbeitete, aus Schillersdorf im vergangenen Jahr zusammen. "Das wurde so gelöst, dass Pastor Wilhelm Lömpcke von der Kirchgemeinde Schwarz und Susanne Heinrich, Gemeindepädagogin der Mirower Kirchgemeinde, jetzt die Kinder- und einen Teil Gemeindearbeit in den Gemeinden Wesenberg und Schillersdorf mit übernahmen und dafür für sie Stellenanteile aufgestockt wurden", erklärt Torsten Morche. Die Stellenanteile aus Wesenberg und Schillersdorf seien also nach Mirow und Schwarz gegangen.Torsten Morche übernahm die klassischen Aufgaben eines Pastors in Wesenberg und Schillersdorf, so zum Beispiel die Gottesdienste, Beerdigungen und die Besuche zu den Geburtstagen. Es sei schön, dass die Kirchenführung dieses Konstrukt der Arbeitsteilung so bestätigt habe, damit sei der nicht zufriedenstellende Interimszustand seit dem Weggang des Ehepaars im vergangenen Jahr endlich beendet, erklärt Torsten Morche und ergänzte: "Jetzt läuft das Leben der Gemeinden wie zum Beispiel die Kinderarbeit und Jugendarbeit wieder in geordneten Bahnen." Demnächst werde es wieder Einladungen zu Rüstzeiten und Kinderveranstaltungen geben.Durch die Verbindung der Kirchgemeinden und die damit zusammenhängenden Maßnahmen hat Torsten Morche jetzt die Verantwortung für zehn Kirchen zwischen Priepert über Wesenberg bis nach Babke. "Dadurch wird mein Einzugsbereich größer. Ich muss mehr mit dem Auto unterwegs sein, das ist nicht unbedingt günstig, wenn ich den Gemeindemitgliedern immer möglichst nah zugewandt sein will", gibt Torsten Morche zu bedenken. 900 Christen - 700 aus der Wesenberger und 200 von der Schillersdorfer Gemeinde - betreut Torsten Morche jetzt. Die Gottesdienste finden im Wechsel statt, darunter in den Hauptorten wie in Wesenberg einmal wöchentlich, in Schillersdorf einmal 14-täglich. Aus Schillersdorf kommt viel ehrenamtliche Hilfe, sonst würde die gemeindliche Arbeit kaum zu machen sein, hat Torsten Morche bereits erfahren. In Schillersdorf und Umgebung gab es aber auch Trauer, besteht die Gemeinde doch schon seit der Reformation, unterbrochen nur durch die kurze Zeit, als die Nationalsozialisten Schillersdorf und Umgebung zum Bombenabwurfplatz der Lufterprobungsstelle Rechlin erklärten und dadurch sogar die Schillersdorfer Kirche stark beschädigt wurde, erinnert Torsten Morche.
Quelle: Nordkurier vom 28.01.2010




